Depression

Was ist eine Depression?

Mal einen schlechten Tag haben, sich niedergeschlagen fühlen oder über einen gewissen Zeitraum hinweg einfach nicht „gut drauf“ sein – wer kennt das nicht? Eine Depression unterscheidet sich jedoch von diesen allgemein bekannten Stimmungstiefs. Schon durch die Beschwerden selbst, die wesentlich ausgeprägter auftreten. So berichten viele Menschen mit einer Depression, dass sie gar keine Freude mehr empfinden, sondern nur noch negative Gefühle in sich tragen und eine innere Leere erleben. Wiederkehrende Gedanken an den Tod oder an Suizid begleiten häufig eine Depression. 

Durchlebt ein Mensch über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen folgende Situation, kann dies auf eine Depression hinweisen:

  • Sich niedergeschlagen, deprimiert fühlen oder gedrückter Stimmung sein
  • Interessenverlust an Dingen, die zuvor Freude bereitet haben
  • Antriebsmangel, erhöhte Ermüdbarkeit

Begleitend dazu können weitere Beschwerden auftreten, z.B.  Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, mangelndes Selbstvertrauen, Gefühle von Schuld oder Wertlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Schlafstörungen oder Appetitverlust. Viele Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, leiden auch unter verschiedenen körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Verdauungsproblemen, oder sexuellen Funktionsstörungen.

Wie häufig sind Depressionen?

16 bis 20 von 100 Menschen leiden im Laufe ihres Lebens unter einer Depression. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Depressive Erkrankungen können in jedem Lebensalter auftreten, oft in Kombination mit einer weiteren psychischen Erkrankung wie der einer Angsterkrankung. In jedem Fall sollten die Beschwerden mit einem Arzt oder Psychotherapeuten besprochen werden.

Gibt es unterschiedliche Formen oder Verläufe?

Depressive Erkrankungen verlaufen meistens in Phasen über mehrere Wochen, manchmal auch Monate. Oft tritt im Verlauf der Erkrankung mehr als eine depressive Phase auf.

Im Allgemeinen unterscheidet man drei Schweregrade einer Depression:

Leichte Depression

Hierbei gelingt es den betreffenden Personen noch unter großen Anstrengungen, den Alltag (z.B. Beruf, Freizeit, Aufgaben in der Familie) zu bewältigen.

Mittelschwere Depression

Die Arbeitsfähigkeit ist bereits stark eingeschränkt. Auch soziale Kontakte werden zunehmend weniger gepflegt.

Schwere Depression

In diesem Zustand ist es in der Regel nicht mehr möglich, zu arbeiten, den Haushalt zu erledigen oder Freizeitaktivitäten nachzugehen.


Bei einer chronischen Depression dauern die Beschwerden mehr als zwei Jahre an.

Wie entsteht eine Depression?

Hierfür werden sowohl biologische Faktoren (z.B. Stoffwechselveränderungen im Gehirn), familiäre Bedingungen (z.B. Eltern mit einer Depression) als auch belastende Lebenserfahrungen in der Vergangenheit (z. B. Trennungen, Tod eines wichtigen Menschen) in Betracht gezogen.

Aus diesen Faktoren ergibt sich ein mehr oder weniger hohes Risiko, an einer Depression zu erkranken. Kommen aktuell belastende oder einschneidende Lebensumstände (z.B. Arbeitsplatzverlust, schwerwiegende körperliche Erkrankungen) hinzu, können diese eine Depression auslösen.

Wichtig zu wissen ist: Keiner ist an seiner Depression “selbst schuld”. Diese Erkrankung kann jeden treffen. Die oben genannten Beispiele (z.B. biologische oder familiäre Bedingungen) können Menschen verletzlich für eine Depression machen. Bricht sie dann aus, kennt man aber oft den Grund gar nicht oder versteht nicht, warum es jetzt dazu gekommen ist. Unterstützung von anderen z.B. bei einer Psychotherapie kann aber helfen, diese Gründe herauszufinden oder Bereiche im eigenen Leben zu ändern, die die Erkrankung begünstigen oder aufrechterhalten.

Wie findet man heraus, ob man unter einer Depression leidet?

Zunächst ist wichtig, depressive Beschwerden ernst zu nehmen. Halten diese über einen längeren Zeitraum an, sollte ein erster Termin bei einem Arzt (in der Regel dem Hausarzt) oder Psychotherapeuten vereinbart werden. Dieser wird dann in einem eingehenden Gespräch nach den einzelnen Beschwerden, dem allgemeinen Gesundheitszustand, der Familiengeschichte und nach körperlichen und psychischen Erkrankungen fragen. Möglicherweise bittet er den Betroffenen auch, einen Fragebogen auszufüllen. 

Dieses diagnostische Gespräch ist wichtig, um herauszufinden, ob jemand an einer Depression erkrankt ist und wie stark diese ausgeprägt ist. Darüber hinaus ist eine körperliche Untersuchung, zum Beispiel beim Hausarzt oder Internisten, erforderlich. So wird ausgeschlossen, dass eine bislang nicht entdeckte Erkrankung, zum Beispiel eine Störung der Schilddrüsenfunktion, für die depressiven Beschwerden verantwortlich ist.

Wie wird eine Depression behandelt?

Wenn Sie eine leichte depressive Erkrankung haben,  ist es möglich, dass Sie auch ohne spezielle Behandlung wieder gesund werden. Trotzdem ist es empfehlenswert, einen Arzt oder Psychotherapeuten aufzusuchen, dieser kann Sie während dieser Zeit begleiten. Bei mittelschweren depressiven Erkrankungen sollte der Arzt oder Psychotherapeut entweder eine Psychotherapie oder eine Behandlung mit Antidepressiva anbieten. 

Bei schweren und chronischen (langanhaltenden) depressiven Erkrankungen ist eine Kombination aus Psychotherapie und Antidepressiva empfehlenswert. Wenn sich Ihre Beschwerden nicht verbessern oder sogar schlimmer werden – und besonders bei starken Suizidgedanken – ist eine stationäre Therapie im Krankenhaus erforderlich.